auch ich habe gerade den sportfreunde stiller song im ohr, während ich den titel eingebe. komplimente. sie sollen ausdruck von wertschätzung sein. eine besonderheit markieren und ein gutes gefühl geben. oder? so ähnlich. klingt theoretisch recht gut. für all jene, die des öfteren nette worte gesagt bekommen, sicher nichts neues. nicht so für mich. ich bin recht unberührt was komplimente betrifft. man findet für mich und meine persönlichkeit häufig nette beschreibungen, aber explizite komplimente höre ich fast nie. noch viel seltener ernstgemeinte. glaubwürdige. langsam frage ich mich auch, ob es diese ernstgemeinten, glaubwürdigen, aufrichtigen komplimente wirklich gibt. gibt es sie dort draußen? irgendwo? auch für mich? keine ahnung.
ich will gar nicht überheblich klingen, aber ich bin wirklich sehr mit mir zufrieden. ich bin nicht perfekt, aber das weiß ich auch. das will ich auch gar nicht. dennoch arbeite ich gerne an mir und bin mit dem aktuellen stand der dinge, wie gesagt, ziemlich glücklich. demnach gibt es also nichts, worüber ich mich beklagen könnte. warum machen menschen also komplimente und warum nicht mir? muss man sie verdienen? bekommt man sie, weil andere denken man hat sie nötig? sagt man schönen menschen nicht, dass sie eine gute figur haben, weil sie es doch eh wissen müssten? hat man angst sie könnten überheblich und arrogant werden? sind komplimente also eine ausgleichshandlung? sagen männer deshalb zu einer 70kg frau mehrfach: "du gefällst mir so gut. du bist meine traumfrau" aber ein schlankes äquivalent muss fast 21 jahre warten, bis mann ihr ein aufrichtiges kompliment zu ihrer form macht?
warum macht man dann überhaupt noch komplimente, die das äußere betreffen. warum werden sie so zweckentfremdet. wer fühlt sich dabei noch gut? warum werden in komplimenten nicht jene dinge ausgetauscht, die wertvoll und besonders schön an dem gegenüber auffallen. ok, vielleicht könnte er etwas muskulöser sein, aber bin ich wirklich so oberflächlich, dass ich darüber nachdenke, was ich alles an ihm oder ihr verbessern könnte bis sie meinem ideal möglichst nahe kommt? und sage ich dann in einem dieser momente wirklich: schatz ich finde deinen körper so schön? fühlt man sich schuldig, weil man sich insgeheim eine veränderung wünscht, oder der partner dem ideal immer weniger entspricht? muss man sich deshalb bestätigen, bzw. den anderen bestätigen? mit einer lüge, getarnt als kompliment?
ich finde menschen schön. und zwar nicht optisch. dafür habe ich kein auge. ich übersehe oberflächliche schönheit. aber ich finde menschen reizvoll. ich finde sie dann schön, wenn sie mich interessieren. das kann eine besondere geste sein, ein schönes lächeln, ein gedanke, ein satz, ein wort. das ist für mich schön. nicht weil der bmi stimmt, oder er/sie locker als model durchgehen würden. sondern eine kombination. die ich gar nicht erklären kann, aber auch nicht will. und wenn ich an eine schöne/s person/seele/wesen gerate, dann ist sie für mich perfekt. ich würde nichts an ihr ändern. nicht 2cm zu groß oder zu klein, nicht 5kg zu schwer oder zu dünn. perfekt für den moment und subjektiv. aber dennoch perfekt. perfekt für mich.
schöne grüße, se
p.s.: das schönste kompliment für mich war, jemanden dazu gebracht zu haben, mehr über sich nachzudenken.
... am anfang war das wort ...
... am anfang war das wort ...
...WORT ...
hallo erst mal!
heute werden wir blog-technisch entjungfert und alle dürfen zusehn. wir hoffen es tut nicht so weh =D
ähm. also. eigentlich. wir wollen. also irgendwie. oder doch nicht. ganz eigentlich gehts uns nur ums bloggen, weil wir lustige ideen haben und sie gerne mit euch allen teilen wollen. wir mussten diesen weg einschlagen, da wir im reallife wenig erfolg damit hatten. es steht jedem frei jetzt zu gehen, uns anregungen zu übermitteln, oder still vor sich hin zu lachen. wir freuen uns über jeden, der die welt durch unsere augen sieht und alle, die mit uns eine neue stylische brille aussuchen gehen möchten.
...WORT ...
hallo erst mal!
heute werden wir blog-technisch entjungfert und alle dürfen zusehn. wir hoffen es tut nicht so weh =D
ähm. also. eigentlich. wir wollen. also irgendwie. oder doch nicht. ganz eigentlich gehts uns nur ums bloggen, weil wir lustige ideen haben und sie gerne mit euch allen teilen wollen. wir mussten diesen weg einschlagen, da wir im reallife wenig erfolg damit hatten. es steht jedem frei jetzt zu gehen, uns anregungen zu übermitteln, oder still vor sich hin zu lachen. wir freuen uns über jeden, der die welt durch unsere augen sieht und alle, die mit uns eine neue stylische brille aussuchen gehen möchten.
Dienstag, 31. Januar 2012
Sonntag, 22. Januar 2012
sozialexperiment: "eristoff ice"
gestern abend (21.1.) wagten wir ein sozialexperiment der extraklasse: wir drangen in die untiefen der mausefalle ein. natürlich konnten wir ein derartiges experiment nicht ohne vorbereitungen beginnen. pünktlich um 22:30 uhr nahmen wir das badezimmer ein. bewaffnet mit kajal, make-up, wimperntusche, lidschatten , haarwachs, haarspray und einigem mehr verwandelten wir uns in beautyqueens, die zu allem bereit waren. nachdem alles hals-aufwärts bereit war, widmeten wir uns dem passenden outfit samt schmuck. (siehe bilder)
perfekt getimed, verließen wir unsere sichere höhle in richtung mausefalle um 23:00 uhr. schon der weg dorthin erwies sich als große mentale herausforderung. anfangs fiel es uns schwer nichtsahnenden passanten überhaupt in die augen zu schauen. doch uns war klar, wollten wir nicht enttarnt werden, mussten wir stärke beweisen. am tatort angekommen hatten wir bereits bei der garderobe schwierigkeiten. die kommunikative dame, die uns unsere tarnumhänge abnahm, konnte nicht sofort verständlich vermitteln, dass dafür pro person 1€ zu entrichten wäre. wir haben dermaßen glaubhaft vermittelt öfter in diesem etablissement zu sein, dass sie scheinbar nicht die notwendigkeit sah uns über den preis zu informieren, bis wir versuchten ohne zu zahlen zu türmen. nach einer kurzen peinlichen rückkehr an die garderobe, bei der uns nur die freundlichen xs-hemden-tragenden türsteher beobachten konnten, fühlten wir uns einigermaßen gewappnet auch kommenden hindernisse überwinden zu können.
spätestens als wir die tür in den hauptraum hinter uns gelassen hatten, war uns klar: dieses paralleluniversum hatte sich seit unserem letzten besuch vor jahren erfolgreich konserviert. von den lauernden männern in weißen hemden bis zu den begehrten jungen frauen in hohen stiefeln hatte sich nichts verändert. wir wählten eine geeignete beobachterposition in der nähe des eingangs. von dort aus haben wir folgende phänomene live miterleben dürfen:
optische besonderheiten:
es besteht ein offensichtlicher, wenn auch inoffizieller, dresscode. frauen tragen bevorzugt schwarz, wahlweise kombiniert mit neonfarben. zum outfit gehören weiters hohe stiefel oder skyheels. bh muss sichtbar getragen werden, im optimalfall zu eng und zu klein, damit nicht nur dekollete, sondern vor allem auch die speckröllchen deutlich hervortreten. dies führt uns schon zu den physischen auffälligkeiten. es gibt zwei formen, die meistens in einer 1:1-paarung auftreten: eine extrem dünne und eine schwabbelige. sollte eine frau in keine der genannten kategorien passen, so vereint sie mit dem rest doch ein merkmal: die unglaublich kurzen beine. vermutlich steht damit im zusammenhang, dass die meisten trotz highheels immer noch unterdurchschnittlich groß sind. damit ist die konkurrenz ausgecheckt und wir können uns den männern widmen. diese sind ebenfalls überdurchschnittlich klein. sie tragen meist sehr kurzes haar, helle jeans mit waschung, helle oberteile, bevorzugt weiße hemden, sowie mindestens einen ohrring. Auch sie treten meist paarweise oder sogar in größeren gruppen auf. dabei ist die zusammenstellung der gruppe nicht an der körperform orientiert, sondern eher am alter. so ergeben sich gruppen, die meist aus mindestens einem über 40-jährigen bestehen. figurlich teilen sie kurze beine und einen riesen arsch.
verhaltensauffälligkeiten:
unübersehbar bei den frauen ist hier eine besonders eigentümliche art der lippenhaltung, die sich sowohl beim kaugummikauen (unbedingt bei offenem mund) als auch beim sprechen (ebenfalls bei geöffnetem mund) bemerkbar macht. schnabelartig soll sie vermutlich paarungswillige männer anziehen. kombiniert wird diese verkrampfte lippenhaltung meist mit einem unrhythmischen bewegungsmuster, welches sich zur musik asynchron verhält. die männer signalisieren ihrerseits ihre paarungsbereitschaft durch intensiven blickkontakt, in dessen genuss auch wir kommen durften.
gesprächsverhalten:
unsere persönlichen erfahrungen haben gezeigt, dass es auch hier einen verhaltenskodex gibt. zentral ist hier die hohe motivation ein gespräch, trotz mangelndem interesse des zielobjekts und mangelndem gesprächstoff, aufzubauen. beliebte einstiegsfloskeln sind "kommst du von hier?", "bist du aus innsbruck?", sowie ausführlicher preisgabe der eigenen lebensgeschichte, auch ohne ermunterung durch die "besprochene".
schweren herzens verließen wir nach knappen 2 stunden der intensiven beobachtung das untersuchungsfeld, wohlwissentlich, dass wir eines tages wieder dorthin zurückkehren werden.
abschließend möchten wir allen probanden unserer studie für ihr kooperatives verhalten danken und verbleiben mit einem guten gefühl
und freundlichen grüßen
agse
perfekt getimed, verließen wir unsere sichere höhle in richtung mausefalle um 23:00 uhr. schon der weg dorthin erwies sich als große mentale herausforderung. anfangs fiel es uns schwer nichtsahnenden passanten überhaupt in die augen zu schauen. doch uns war klar, wollten wir nicht enttarnt werden, mussten wir stärke beweisen. am tatort angekommen hatten wir bereits bei der garderobe schwierigkeiten. die kommunikative dame, die uns unsere tarnumhänge abnahm, konnte nicht sofort verständlich vermitteln, dass dafür pro person 1€ zu entrichten wäre. wir haben dermaßen glaubhaft vermittelt öfter in diesem etablissement zu sein, dass sie scheinbar nicht die notwendigkeit sah uns über den preis zu informieren, bis wir versuchten ohne zu zahlen zu türmen. nach einer kurzen peinlichen rückkehr an die garderobe, bei der uns nur die freundlichen xs-hemden-tragenden türsteher beobachten konnten, fühlten wir uns einigermaßen gewappnet auch kommenden hindernisse überwinden zu können.
spätestens als wir die tür in den hauptraum hinter uns gelassen hatten, war uns klar: dieses paralleluniversum hatte sich seit unserem letzten besuch vor jahren erfolgreich konserviert. von den lauernden männern in weißen hemden bis zu den begehrten jungen frauen in hohen stiefeln hatte sich nichts verändert. wir wählten eine geeignete beobachterposition in der nähe des eingangs. von dort aus haben wir folgende phänomene live miterleben dürfen:
optische besonderheiten:
es besteht ein offensichtlicher, wenn auch inoffizieller, dresscode. frauen tragen bevorzugt schwarz, wahlweise kombiniert mit neonfarben. zum outfit gehören weiters hohe stiefel oder skyheels. bh muss sichtbar getragen werden, im optimalfall zu eng und zu klein, damit nicht nur dekollete, sondern vor allem auch die speckröllchen deutlich hervortreten. dies führt uns schon zu den physischen auffälligkeiten. es gibt zwei formen, die meistens in einer 1:1-paarung auftreten: eine extrem dünne und eine schwabbelige. sollte eine frau in keine der genannten kategorien passen, so vereint sie mit dem rest doch ein merkmal: die unglaublich kurzen beine. vermutlich steht damit im zusammenhang, dass die meisten trotz highheels immer noch unterdurchschnittlich groß sind. damit ist die konkurrenz ausgecheckt und wir können uns den männern widmen. diese sind ebenfalls überdurchschnittlich klein. sie tragen meist sehr kurzes haar, helle jeans mit waschung, helle oberteile, bevorzugt weiße hemden, sowie mindestens einen ohrring. Auch sie treten meist paarweise oder sogar in größeren gruppen auf. dabei ist die zusammenstellung der gruppe nicht an der körperform orientiert, sondern eher am alter. so ergeben sich gruppen, die meist aus mindestens einem über 40-jährigen bestehen. figurlich teilen sie kurze beine und einen riesen arsch.
verhaltensauffälligkeiten:
unübersehbar bei den frauen ist hier eine besonders eigentümliche art der lippenhaltung, die sich sowohl beim kaugummikauen (unbedingt bei offenem mund) als auch beim sprechen (ebenfalls bei geöffnetem mund) bemerkbar macht. schnabelartig soll sie vermutlich paarungswillige männer anziehen. kombiniert wird diese verkrampfte lippenhaltung meist mit einem unrhythmischen bewegungsmuster, welches sich zur musik asynchron verhält. die männer signalisieren ihrerseits ihre paarungsbereitschaft durch intensiven blickkontakt, in dessen genuss auch wir kommen durften.
gesprächsverhalten:
unsere persönlichen erfahrungen haben gezeigt, dass es auch hier einen verhaltenskodex gibt. zentral ist hier die hohe motivation ein gespräch, trotz mangelndem interesse des zielobjekts und mangelndem gesprächstoff, aufzubauen. beliebte einstiegsfloskeln sind "kommst du von hier?", "bist du aus innsbruck?", sowie ausführlicher preisgabe der eigenen lebensgeschichte, auch ohne ermunterung durch die "besprochene".
schweren herzens verließen wir nach knappen 2 stunden der intensiven beobachtung das untersuchungsfeld, wohlwissentlich, dass wir eines tages wieder dorthin zurückkehren werden.
abschließend möchten wir allen probanden unserer studie für ihr kooperatives verhalten danken und verbleiben mit einem guten gefühl
und freundlichen grüßen
agse
Dienstag, 17. Januar 2012
plädoyer für offene liebe
"Kein Beziehungsmodell kann alle Menschen glücklich machen. Offene Beziehungsstile sind nicht etwa besser als monogame, aber erst geistige Offenheit macht Entscheidungen möglich. Wir wollen in allen Lebensbereichen die Wahl haben, tragen aber blinglings das "Liebesmodell von der Stange" - und gehen nebenbei fremd. Doch Fremdgehen erzeugt viel unnötiges Leiden. Es ist ehrlicher, sich vor einer Beziehung zu fragen, wie offen man lieben möchte: monogam? Mit einer rein sexuellen Öffnung? Mit der Option, auch mehr als einen Partner zu lieben? Dafür braucht es einen positiven Treuebegriff, der unabhängig von der Zahl der Partner ist: Treue ist, was Vertrauen schafft. Also Einvernehmlichkeit und Gleichberechtigung aller Partner bei Entscheidungen. Ehrlichkeit, Verantwortung für die eigenen Gefühle (Eifersucht!), Geduld, Disziplin und Verlässlichkeit. Mit diesen Zutaten lassen sich monogame Beziehungen zubereiten - ohne sie sind offenere Varianten aber kaum machbar." (zitiert aus Playboy 02/2012 deutsche Ausgabe S. 132: Holger Lendt)
Sonntag, 8. Januar 2012
träume
als kind hatten wir viele davon. während unserer kindheit wurden es immer mehr, immer andere, doch wir wurden nie müde neue träume zu haben. wenn wir uns etwas wünschten oder erträumten, dann fragten wir nicht danach, ob es möglich wäre, sondern begnügten uns damit, dass zumindest die vorstellung möglich war. damals wagten wir noch zu träumen. heute, viele jahre später und viele träume weniger, bemerke ich, dass ich wohl das träumen irgendwo auf meinem weg in richtung erwachsenenwelt verloren habe. ich bemerke, dass ich nur mehr zu träumen wage, was möglich ist und dass ich kaum noch wage über den tellerrand des naheliegenden und machbaren zu schauen. gerade in momenten, wo es in einem zu ziehen beginnt, wo man spürt, dass etwas fehlt, kann es sein, dass es gerade die träume sind, die fehlen.
oft habe ich aufgehört zu träumen, weil ich plötzlich angst bekam, diese träume auch umsetzen zu müssen. und trotzdem sind viele dieser kindheitsträume immer noch irgendwo in mir versteckt. wenn ich so nachdenke, dann fällt mir auf, dass gerade viele dieser kindheitsträume es sind, die mich sogar ausmachen. als kind wollte ich so vieles: ich wollte komponieren, wollte im zirkus arbeiten, ich wollte schriftstellerin werden, wollte professionell fotografieren, wollte in einem großen haus wohnen, wollte einen golden retriever, ein pferd und ein minihängebauchschwein besitzen, ich wollte model werden, wollte einen reitstall gründen und noch so viel mehr. wenn ich heute nachfühle, dann ist jeder dieser träume irgendwo noch ein teil von mir und wenn ich damals überlegt hätte, welche von diesen ideen wahrscheinlich wahr werden würde, wenn ich einmal groß bin, so hätte ich mich wohl von vielen verabschieden müssen. und trotzdem dem bin ich heute den meisten in irgendeiner weise nahe. und sei es nur, weil der ein oder andere heute nicht mehr zu meinen idealen zählt, aber immer noch in meinem gedächtnis ist.
wenn ich heute eines weiß, so ist es, dass viel mehr möglich ist, als wir uns auszumalen vermögen. im guten wie im schlechten liegt so viel, das nicht mehr im bereich des denkbaren liegt, im bereich des möglichen, dass ich mir sicher bin, dass es zu träumen lohnt. ich glaube wir haben nur zu gewinnen, wenn wir träume haben. denn ziel eines traumes ist nicht notwendigerweise seine erfüllung, sondern viel mehr, dass er in unserer persönlichkeit einen platz findet und dass wir ihm raum in unserem leben zugestehen. und wenn ich mir eines wünsche, das im jahr 2012 wieder wahr werden soll, so ist es wohl der satz: träume sind, was wir sind. ich wünsche mir, dass wir wieder auf den weg unserer träume zurückfinden und dass wir so auch ein stück mehr werden, wer wir sind. ich wünsche mir für 2012 ein bisschen mehr mut für uns, träume zu spüren, wieder auszugraben, zu entdecken, zu erfüllen und zu leben, denn nur wer träumt kann wege finden, die man nicht sehen kann.
ich wünsche euch ein traumhaftes jahr 2012
eure ag
was nettes zum träumen
ghost town
oft habe ich aufgehört zu träumen, weil ich plötzlich angst bekam, diese träume auch umsetzen zu müssen. und trotzdem sind viele dieser kindheitsträume immer noch irgendwo in mir versteckt. wenn ich so nachdenke, dann fällt mir auf, dass gerade viele dieser kindheitsträume es sind, die mich sogar ausmachen. als kind wollte ich so vieles: ich wollte komponieren, wollte im zirkus arbeiten, ich wollte schriftstellerin werden, wollte professionell fotografieren, wollte in einem großen haus wohnen, wollte einen golden retriever, ein pferd und ein minihängebauchschwein besitzen, ich wollte model werden, wollte einen reitstall gründen und noch so viel mehr. wenn ich heute nachfühle, dann ist jeder dieser träume irgendwo noch ein teil von mir und wenn ich damals überlegt hätte, welche von diesen ideen wahrscheinlich wahr werden würde, wenn ich einmal groß bin, so hätte ich mich wohl von vielen verabschieden müssen. und trotzdem dem bin ich heute den meisten in irgendeiner weise nahe. und sei es nur, weil der ein oder andere heute nicht mehr zu meinen idealen zählt, aber immer noch in meinem gedächtnis ist.
wenn ich heute eines weiß, so ist es, dass viel mehr möglich ist, als wir uns auszumalen vermögen. im guten wie im schlechten liegt so viel, das nicht mehr im bereich des denkbaren liegt, im bereich des möglichen, dass ich mir sicher bin, dass es zu träumen lohnt. ich glaube wir haben nur zu gewinnen, wenn wir träume haben. denn ziel eines traumes ist nicht notwendigerweise seine erfüllung, sondern viel mehr, dass er in unserer persönlichkeit einen platz findet und dass wir ihm raum in unserem leben zugestehen. und wenn ich mir eines wünsche, das im jahr 2012 wieder wahr werden soll, so ist es wohl der satz: träume sind, was wir sind. ich wünsche mir, dass wir wieder auf den weg unserer träume zurückfinden und dass wir so auch ein stück mehr werden, wer wir sind. ich wünsche mir für 2012 ein bisschen mehr mut für uns, träume zu spüren, wieder auszugraben, zu entdecken, zu erfüllen und zu leben, denn nur wer träumt kann wege finden, die man nicht sehen kann.
ich wünsche euch ein traumhaftes jahr 2012
eure ag
was nettes zum träumen
ghost town
Montag, 26. Dezember 2011
verliebt, verwertet, vergessen
der titel dieses eintrags könnte auch "aus dem leben einer 1%-frau" sein. ich habe mich dennoch für verliebt, verwertet, vergessen entschieden, denn ursprünglich war mein thema ein ganz anderes. trotzdem spiegelt der titel sehr viele erfahrungen, die ich gemacht habe wider und passt somit auch zum neuen thema. jetzt geht es darum, warum sich frauen immer in die "falschen" männer verlieben, verwertet und nicht mehr angerufen werden.
männer sind vom mars, frauen von der venus. geschlechterrollen. sie sind allgegenwärtig. sie sind immer und überall. und sie spielen auch im leben junger, aufgeklärter menschen eine noch zu große rolle.
es gibt diese barneys. den macho. den starken mann. der weiß was er will, und wie er es/sie bekommt. der herzensbrecher, der player, der scheinbar schamlos mit den gefühlen von schwachen, orientierungslosen, nach liebe und beziehung suchenden mädchen spielt. diese sorte männer besingen die ärzte in dem lied "männer sind schweine". sie sind gefährlich und als frau muss man vor ihnen auf der hut sein.
als männliches gegenüber findet man auch teds. sie sind traditionell. verfolgen altmodischen ziele und sehnen sich nach einer festen bindung. sie glauben an die eine und scheuen keine mühe sie zu finden. sie wollen vor allem eins. eine beziehung. die frau wird meist zur nebendarstellerin. wer möchte schon gerne alleine alt werden.
genau so sollte es in einer emazipierten gesellschaft sein. es sollte frauen geben, die wie barney sind. aber auch solche die sich an teds werten orientieren. somit wären alle glücklich. wäre das nicht schön? aber wie sieht es wirklich aus mit den rollen der modernen frau.
die lilys. sie sind vergeben. sie genießen die zweisamkeit. sie binden sich gerne. familie steht im vordergrund. sie sind nicht gerne alleine und sehnen sich nach einem seelenverwandten, mit dem sie den rest ihres lebens verbringen.
aber es gibt auch robins. sie sind karrierefixiert. sie wollen keine beziehung. sie stellen ihre eigenen bedürfnisse an erste stelle. sie sind sich selbst am wichtigsten. zumindest für eine zeit. sie haben den starken drang sich zu verwirklichen. und das wird gesellschaftlich akzeptiert. zumindest vom großteil.
was sich aber leicht erkennen lässt, ist, dass die unterscheidungskategorie bei frauen immer noch sehr oft familie oder karriere ist. darüber wird sexualität definiert. bei den männer geht es um eine "lockere moral" oder ein starkes bindungsverhalten. warum gibt es keine weibliches äquivalent zu barney und ted?
und hier kommt die 1%-frau ins spiel. eine neue kategorie frau, die auch weiß was sie will. die weiß, wie sie es/ihn bekommt. dabei müssen weder frauen, noch männer herzen brechen. man kann auch mit offenen karten spielen. trotzdem sollte man auch als frau wählen dürfen. die kategorien sollten nicht, überspitzt gesagt, ehe oder kloster sein. als jung frau in einer modernen westlichen gesellschaft, sollten auch atypische beziehungsformen möglich sein. somit wäre die kategorie beziehungssuchend oder unverbindlich und nicht länger mann oder frau.
und vielleicht sind es nur 1% der frauen, die sich für einen verbindungslosen lebensstil entscheiden und affären ohne gewissensbisse und gefühle genießen können. aber diese sollten eine existenzberechtigung haben. genauso wie die männer die den gleichen weg eingeschlagen haben. auch von ihnen gibt es wahrscheinlich nur 1%, wenn wir ganz ehrlich sind. zumindest meiner erfahrung nach sind die schweine unter den männer beinahe ausgestorben. aber ich gebe die hoffnung nicht auf und suche nach gleichgesinnten. und das kann ich auch den männern raten. es gibt sie.
unverbindlich und verbindungslos,
se
männer sind vom mars, frauen von der venus. geschlechterrollen. sie sind allgegenwärtig. sie sind immer und überall. und sie spielen auch im leben junger, aufgeklärter menschen eine noch zu große rolle.
es gibt diese barneys. den macho. den starken mann. der weiß was er will, und wie er es/sie bekommt. der herzensbrecher, der player, der scheinbar schamlos mit den gefühlen von schwachen, orientierungslosen, nach liebe und beziehung suchenden mädchen spielt. diese sorte männer besingen die ärzte in dem lied "männer sind schweine". sie sind gefährlich und als frau muss man vor ihnen auf der hut sein.
als männliches gegenüber findet man auch teds. sie sind traditionell. verfolgen altmodischen ziele und sehnen sich nach einer festen bindung. sie glauben an die eine und scheuen keine mühe sie zu finden. sie wollen vor allem eins. eine beziehung. die frau wird meist zur nebendarstellerin. wer möchte schon gerne alleine alt werden.
genau so sollte es in einer emazipierten gesellschaft sein. es sollte frauen geben, die wie barney sind. aber auch solche die sich an teds werten orientieren. somit wären alle glücklich. wäre das nicht schön? aber wie sieht es wirklich aus mit den rollen der modernen frau.
die lilys. sie sind vergeben. sie genießen die zweisamkeit. sie binden sich gerne. familie steht im vordergrund. sie sind nicht gerne alleine und sehnen sich nach einem seelenverwandten, mit dem sie den rest ihres lebens verbringen.
aber es gibt auch robins. sie sind karrierefixiert. sie wollen keine beziehung. sie stellen ihre eigenen bedürfnisse an erste stelle. sie sind sich selbst am wichtigsten. zumindest für eine zeit. sie haben den starken drang sich zu verwirklichen. und das wird gesellschaftlich akzeptiert. zumindest vom großteil.
was sich aber leicht erkennen lässt, ist, dass die unterscheidungskategorie bei frauen immer noch sehr oft familie oder karriere ist. darüber wird sexualität definiert. bei den männer geht es um eine "lockere moral" oder ein starkes bindungsverhalten. warum gibt es keine weibliches äquivalent zu barney und ted?
und hier kommt die 1%-frau ins spiel. eine neue kategorie frau, die auch weiß was sie will. die weiß, wie sie es/ihn bekommt. dabei müssen weder frauen, noch männer herzen brechen. man kann auch mit offenen karten spielen. trotzdem sollte man auch als frau wählen dürfen. die kategorien sollten nicht, überspitzt gesagt, ehe oder kloster sein. als jung frau in einer modernen westlichen gesellschaft, sollten auch atypische beziehungsformen möglich sein. somit wäre die kategorie beziehungssuchend oder unverbindlich und nicht länger mann oder frau.
und vielleicht sind es nur 1% der frauen, die sich für einen verbindungslosen lebensstil entscheiden und affären ohne gewissensbisse und gefühle genießen können. aber diese sollten eine existenzberechtigung haben. genauso wie die männer die den gleichen weg eingeschlagen haben. auch von ihnen gibt es wahrscheinlich nur 1%, wenn wir ganz ehrlich sind. zumindest meiner erfahrung nach sind die schweine unter den männer beinahe ausgestorben. aber ich gebe die hoffnung nicht auf und suche nach gleichgesinnten. und das kann ich auch den männern raten. es gibt sie.
unverbindlich und verbindungslos,
se
sozialexperiment "21 stunden" - teil 1: keine angebote ablehnen
wieder einmal haben wir uns an ein sozialexperiment herangewagt. dieses mal ging es darum 21 stunden lang keine angebote abzulehnen (ausgenommen waren angebote, die nicht-umsetzbare, kriminelle, moralisch inkorrekte oder körperlich bzw. psychisch schädigende folgen hätten). die waren prinzipiell die einzigen vorgaben, die wir uns machten. so war es uns freigestellt jemandem von unserem experiment zu erzählen oder nicht, genauso wie wir die freiheit hatten angebote nur zögernd anzunehmen (hier einzige klausel: wenn das angebot ungewollt dadurch zurückgezogen wurde, musste es in anderer weise umgesetzt werden) oder aber ihnen gleich freudestrahlend zuzustimmen.
nun aber zum eigentlichen experiment: start do, 22.12. gegen 13:10h, ende: 23.12 um 10:10h (krisse begann etwa eine gute stunde später). zu beginn des experiments saßen wir noch im schibus aus dem kühtai richtung innsbruck. erstes angebot, war das angebot unseres busfahrers uns bis nach kematen mitzunehmen, nachdem wir verschlafen hatten in grieß in den bus nach innsbruck umzusteigen. zweites angebot des selben busfahrers war es dann mit ihm in einem cafe auf die abfahrtszeit zu warten. dies verschaffte mir den genuss einer heißen zitrone und bei der späteren busfahrt eine fast zerberstende blase. drittes angebot war das angebot ebendieses busfahrers, doch noch zehn minuten länger zu warten und dann mit dem nächsten bus direkt nach innsbruck zu fahren. dieses angebot brachte uns dann auch etwas verspätet zurück ins verschneite innsbruck.
darauf folgte eine etwas längere angebotsfreie zeit. interessant wurde das experiment dann erst wieder in den abendstunden am natterer christkindlmarkt. die einlandefreudigen natterer boten uns eine beträchtliche anzahl an köstlichkeiten an, darunter spezialmilkywaykiachl und spezialkrautkäsekiachlrouladen, sowie glühweine. die ersten zurückzuweisenden angebote waren dann das angebot noch vor ende des christkindlmarktes mit nach innsbruck zu kommen und zu späterer stunde auch das angebot eines liierten familienvaters mit ihm "herumzuschmusen". das angebot den etwa 1m² großen gedrittelten kiachl in meiner handtasche zu verstauen nahm ich allerdings tapfer an und brachte ihn auch wohlbehütet nach hause. genauso mutig nahmen wir später einige widerliche schnäpse und se einen angeboten schluck bier an. kurze zeit später beendeten wir den abend, um unserer körperlichen gesundheit nicht noch rechenschaft ablegen zu müssen.
resümmierend können wir aber sagen, dass es durchaus spaß machen kann, angebote nicht abzulehnen, dass es aber gerade in bezug auf schnaps hin und wieder sinn machen kann, ein angebot abzulehnen. rückblickend fällt uns aber auch auf, dass wir ohnehin selten (mit ausnahme der oben erwähnten grenzen) angebote ablehnen und dieses experiment daher vielleicht für uns nicht so ausergewöhnlich ungewöhnlich verlief. des spaßes wegen können wir es aber durchaus weiterempfehlen. interessant ist auch, dass es einer einzigen person zumindest irgendwie auffallend vorgekommen ist, dass wir keine angebote abgelehnt haben, doch da sie nicht weiter nachgeforscht hat, hatte dies keine auswirkungen auf uns. die hardcore variante dieses experiments mit offenlegung der regeln wäre uns nämlich vermutlich doch etwas zu weit gegangen.
nachweihnachtliche experimentierfreudige grüße
von eurer ag
nun aber zum eigentlichen experiment: start do, 22.12. gegen 13:10h, ende: 23.12 um 10:10h (krisse begann etwa eine gute stunde später). zu beginn des experiments saßen wir noch im schibus aus dem kühtai richtung innsbruck. erstes angebot, war das angebot unseres busfahrers uns bis nach kematen mitzunehmen, nachdem wir verschlafen hatten in grieß in den bus nach innsbruck umzusteigen. zweites angebot des selben busfahrers war es dann mit ihm in einem cafe auf die abfahrtszeit zu warten. dies verschaffte mir den genuss einer heißen zitrone und bei der späteren busfahrt eine fast zerberstende blase. drittes angebot war das angebot ebendieses busfahrers, doch noch zehn minuten länger zu warten und dann mit dem nächsten bus direkt nach innsbruck zu fahren. dieses angebot brachte uns dann auch etwas verspätet zurück ins verschneite innsbruck.
darauf folgte eine etwas längere angebotsfreie zeit. interessant wurde das experiment dann erst wieder in den abendstunden am natterer christkindlmarkt. die einlandefreudigen natterer boten uns eine beträchtliche anzahl an köstlichkeiten an, darunter spezialmilkywaykiachl und spezialkrautkäsekiachlrouladen, sowie glühweine. die ersten zurückzuweisenden angebote waren dann das angebot noch vor ende des christkindlmarktes mit nach innsbruck zu kommen und zu späterer stunde auch das angebot eines liierten familienvaters mit ihm "herumzuschmusen". das angebot den etwa 1m² großen gedrittelten kiachl in meiner handtasche zu verstauen nahm ich allerdings tapfer an und brachte ihn auch wohlbehütet nach hause. genauso mutig nahmen wir später einige widerliche schnäpse und se einen angeboten schluck bier an. kurze zeit später beendeten wir den abend, um unserer körperlichen gesundheit nicht noch rechenschaft ablegen zu müssen.
resümmierend können wir aber sagen, dass es durchaus spaß machen kann, angebote nicht abzulehnen, dass es aber gerade in bezug auf schnaps hin und wieder sinn machen kann, ein angebot abzulehnen. rückblickend fällt uns aber auch auf, dass wir ohnehin selten (mit ausnahme der oben erwähnten grenzen) angebote ablehnen und dieses experiment daher vielleicht für uns nicht so ausergewöhnlich ungewöhnlich verlief. des spaßes wegen können wir es aber durchaus weiterempfehlen. interessant ist auch, dass es einer einzigen person zumindest irgendwie auffallend vorgekommen ist, dass wir keine angebote abgelehnt haben, doch da sie nicht weiter nachgeforscht hat, hatte dies keine auswirkungen auf uns. die hardcore variante dieses experiments mit offenlegung der regeln wäre uns nämlich vermutlich doch etwas zu weit gegangen.
nachweihnachtliche experimentierfreudige grüße
von eurer ag
Freitag, 16. Dezember 2011
nach mir die sintflut
gestern habe ich mich dagegen entschieden. gegen den bau einer arche. es ist für mich noch nicht zeit für eine neue sintflut. ich gebe mir noch etwas zeit und probiere etwas aus. ich riskiere sehr viel. fast alles. und dennoch habe ich nichts zu verlieren.
ok. worum geht es.
es geht mir um meine bindungsphobie. eine angst. meine angst. die es zu überwinden gilt. ich stehe momentan an einer klippe, an der mich jeder noch so kleine windstoß zu fall bringen kann. und ich weiß gar nicht genau, wie ich dort hingekommen bin. in letzter zeit habe ich mich sehr offen gegeben. ich habe versucht nähe aufzubauen und bin sehr oft über meine schatten gesprungen. gerade in jenen sozialbeziehungen, von denen ich mir etwas oder sogar mehr erwartet hätte, bin ich enttäuscht worden. trotzdem stehe ich jetzt hier und kann mich wissentlich entscheiden zwischen dem sozialen rückzug und dem experiment beziehung.
experiment beziehung darf auf keinen fall klassisch gedeutet werden. ich bin nicht auf der suche nach einer partnerschaft. aber ich möchte daran arbeiten, dass ich eines tages dazu fähig bin. falls ich irgendwann den wunsch hegen sollte. beziehungsfähig zu sein ist auch außerhalb einer paarbeziehung wichtig. deswegen stehe ich an dieser klippe. ich gehe keinen schritt zurück. auch wenn das sicherheit bedeuten würde. ich habe genug vom mauern bauen. ich möchte kein burgfräulein sein (schicksalshafterweise war ich mit etwa 10 Jahren im Fasching als Burgfräulein verkleidet). ich möchte sehen, wohin mich der wind weht. deshalb versuche ich es mit einer art von paradoxer intervention. ich gehe den weg, vor dem ich am meisten angst habe. ich gehe auf menschen zu. ich möchte nicht mehr, wie eine verunsicherte 14-jährige, über alles gesagte nachdenken. nicht jedes mal denken "warum habe ich das nur gesagt. es wäre wirklich besser einfach still zu sein". vielleicht wäre es manchmal besser. aber bisher habe ich mich nach rückschlägen, die ich mir selbst zugefügt habe, immer ganz zurückgezogen. ich bin still geworden. ich habe mauern gebaut. ich wurde zum burgfräulein.
es hat eine halbe ewigkeit gedauert, bis ich endlich bereit war einige mauern einzureißen und wieder menschen an mich heran zu lassen. und von diesem weg möchte ich mich nicht wieder abbringen zu lassen. auch wenn meine intution momentan nach nichts anderem verlangt. mein bauchgefühl schreit nach rückzug. nach ruhe. nach sicherheit. nach einsamkeit. aber dieses mal bin ich lauter. weil ich es kann!
falls ihr in nichts mehr von mir hört, dann hat es nicht geklappt und ich bin doch unter die seefahrer gegangen.
se
ok. worum geht es.
es geht mir um meine bindungsphobie. eine angst. meine angst. die es zu überwinden gilt. ich stehe momentan an einer klippe, an der mich jeder noch so kleine windstoß zu fall bringen kann. und ich weiß gar nicht genau, wie ich dort hingekommen bin. in letzter zeit habe ich mich sehr offen gegeben. ich habe versucht nähe aufzubauen und bin sehr oft über meine schatten gesprungen. gerade in jenen sozialbeziehungen, von denen ich mir etwas oder sogar mehr erwartet hätte, bin ich enttäuscht worden. trotzdem stehe ich jetzt hier und kann mich wissentlich entscheiden zwischen dem sozialen rückzug und dem experiment beziehung.
experiment beziehung darf auf keinen fall klassisch gedeutet werden. ich bin nicht auf der suche nach einer partnerschaft. aber ich möchte daran arbeiten, dass ich eines tages dazu fähig bin. falls ich irgendwann den wunsch hegen sollte. beziehungsfähig zu sein ist auch außerhalb einer paarbeziehung wichtig. deswegen stehe ich an dieser klippe. ich gehe keinen schritt zurück. auch wenn das sicherheit bedeuten würde. ich habe genug vom mauern bauen. ich möchte kein burgfräulein sein (schicksalshafterweise war ich mit etwa 10 Jahren im Fasching als Burgfräulein verkleidet). ich möchte sehen, wohin mich der wind weht. deshalb versuche ich es mit einer art von paradoxer intervention. ich gehe den weg, vor dem ich am meisten angst habe. ich gehe auf menschen zu. ich möchte nicht mehr, wie eine verunsicherte 14-jährige, über alles gesagte nachdenken. nicht jedes mal denken "warum habe ich das nur gesagt. es wäre wirklich besser einfach still zu sein". vielleicht wäre es manchmal besser. aber bisher habe ich mich nach rückschlägen, die ich mir selbst zugefügt habe, immer ganz zurückgezogen. ich bin still geworden. ich habe mauern gebaut. ich wurde zum burgfräulein.
es hat eine halbe ewigkeit gedauert, bis ich endlich bereit war einige mauern einzureißen und wieder menschen an mich heran zu lassen. und von diesem weg möchte ich mich nicht wieder abbringen zu lassen. auch wenn meine intution momentan nach nichts anderem verlangt. mein bauchgefühl schreit nach rückzug. nach ruhe. nach sicherheit. nach einsamkeit. aber dieses mal bin ich lauter. weil ich es kann!
falls ihr in nichts mehr von mir hört, dann hat es nicht geklappt und ich bin doch unter die seefahrer gegangen.
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