... am anfang war das wort ...

... am anfang war das wort ...

...WORT ...

hallo erst mal!
heute werden wir blog-technisch entjungfert und alle dürfen zusehn. wir hoffen es tut nicht so weh =D

ähm. also. eigentlich. wir wollen. also irgendwie. oder doch nicht. ganz eigentlich gehts uns nur ums bloggen, weil wir lustige ideen haben und sie gerne mit euch allen teilen wollen. wir mussten diesen weg einschlagen, da wir im reallife wenig erfolg damit hatten. es steht jedem frei jetzt zu gehen, uns anregungen zu übermitteln, oder still vor sich hin zu lachen. wir freuen uns über jeden, der die welt durch unsere augen sieht und alle, die mit uns eine neue stylische brille aussuchen gehen möchten.

Freitag, 28. Juni 2013

ich auf shutter island

ich komme mir gerade vor, als wäre ich selbst auf shutter island. nicht zu wissen ob man verrückt ist, ob man sich selbst noch glauben kann. es fühlt sich an als würde jemand in meinem kopf pausenlos karussell fahren. alles dreht sich. die gretchenfrage des films: "Was wäre schlimmer: Zu leben wie ein Monster, oder als guter Mann zu sterben?" beschäftigt mich momentan mehr denn je. die begriffe wie monster oder guter mann passen zwar nicht ganz auf meine situation, aber die freie interpretation dieser frage, gibt mir zu denken:

ich bin anders. ich bin besonders. ich bin extra. nicht normal. nicht passend. kompliziert und oder komplex. nicht einfach. eine herausforderung. im sozialen alltag ecke ich an. ich bin nicht mainstream. nicht typisch. das macht mir gerade jetzt zu schaffen. ich gestalte mein leben irgendwie anders. so kommt es mir zumindest vor. (wahrscheinlich kommt das vielen oder sogar jedem so vor) mir sind andere dinge wichtig. vieles ist mir oft zu banal. ich bewege mich auf einem anderen level. nicht besser oder schlechter. einfach anders. doch so einfach ist das nicht. wenn man sich nicht in seiner eigenen nische bewegt und sich mit den wenigen gleichgesinnten austauscht, die man in seinem leben bisher gefunden hat, dann wird interaktion zur aufgabe. zu einer herausforderung. es ist eben nicht einfach, anders zu sein. es besteht eine bringschuld. abweichung muss angepasst werden, oder zumindest erkärt und verständlich gemacht werden. das braucht zeit. und kraft. kraft, die ich momentan nicht immer aufbringen kann.

ich möchte wirklich nicht den eindruck erwecken, dass es nur mir so geht und ich so ach, besonders bin. ich möchte nur aus meiner erfahrung erzählen. so viel zur klarstellung, zur sozial verträglichen erklärung.

es kommt mir vor wie ein drahseilakt. eine gratwanderung zwischen zwei welten. einer "mainstream" welt. einer ohne ecken und kanten. eine in der sich alle treffen sollten. eine die einfach ist. eine in der alle platz haben. und meiner eigenen welt. wo ich vollkommen ich selbst sein kann. wo ich als ganzes platz habe und nicht nur in der "vertäglichen" version. meine welt in der meine werte ganz oben stehen. darin haben natürlich auch andere platz. es geht nicht nur um mich allein. sondern um das bild von mir. authentizität lässt sich nicht immer in beiden welten wahren. kann ich in jeder welt alles von mir geben oder muss ich mich, meine person, meine persönlichkeit, meine ansichten zensieren. oberflächlichkeit dominiert in einer welt für alle.

die frage, die leo stellt, die ich mir stelle: wäre es nicht einfacher in der oberflächlichen welt zu leben? wäre es nicht einfacher mit dem strom zu schwimmen, als immer nur dagegen? wäre es nicht einfacher, wenn man sich anpasst und anschluss findet? wäre einfacher nicht besser?

vielleicht ist das problem nur in meinem kopf. vielleicht nur eine fantasie. vielleicht habe ich mir selbst eine geschichte ausgedacht um der realität zu entfliehen. am ende ist es aber vielleicht doch eine entscheidung: mich selbst zu verraten oder sozialen selbstmord zu begehen.

selbst wenn einfacher besser wäre, kann ich nicht sagen, was die einfachere entscheidung wäre...
se


Samstag, 15. Juni 2013

blowing the whistle

petzeeeee!!! ein schlimmes schimpfwort unserer kindheit. und heute? heute wird nicht mehr gepetzt. zumindest nicht so, dass es jemand merkt. und petzen, das gehört sich ja auch nicht... eigentlich...oder?

ich finde doch. ich behaupte sogar es gibt situationen, wo man als erwachsener dazu verpflichtet ist, zu petzen. auch, wenn es schwer fällt. was es besonders dann tut, wenn man sich an den fingerzeig der spielgefährten von damals erinnert, der dann zum einsatz kam, wenn eine petze entlarvt wurde. petzen ist deshalb so verpöhnt, weil es dem verpetzten nicht die möglichkeit gibt, sich vor denen zu rechtfertigen, denen man in irgendeinerweise geschadet hat und die meist auf der selben (hierarchischen) ebene sind wie der verpetzte. wird jemand verpetzt, muss er sich sofort vor einer "höheren instanz" rechtfertigen, die immer am längeren hebel sitzt. der verpetzte kann nur noch verlieren. genauso hat auch die petze meistens verloren - an achtung vor den anderen.

natürlich gehört es sich als erwachsener, nicht bei erster gelegenheit die macht eines mächtigeren für seine zwecke zu missbrauchen, um einen andereren zu sanktionieren. selbstverständlich gehört es zum erwachsenen umgang mit schwierigkeiten, dass man sich zuerst persönlich mit dem problemverursacher auseinandersetzt und eine offene kommunikation verfolgt. trotzdem kann es passieren, dass diese kommunikation scheitert. vielleicht, weil der andere sich ihr verweigert, vielleicht weil der andere sich nicht nicht ändern will oder kann. ist das der fall, dann wird es manchmal zeit zu petzen. vor allem dann, wenn nicht man selbst, sondern auch andere unter dem zu verpetzenden leiden und diesem machtlos gegenüber stehen. dann glaube ich, ist es fast schon pflicht der zivilcourage, "the whistle zu blowen" - whistle blowing 2.0 sozusagen, in zweiter instanz, wenn alles andere gescheitert ist.

wenn ein anderer bewusst schadet, sich keines besseren belehren lässt und die eigene macht oder die macht der gruppe nicht ausreicht ihn dazu zu motivieren sein verhalten zu ändern, dann erscheint mir whistleblowing sogar ein sehr geeignetes instrument, das schlussendlich sogar zu einer produktiven lösung führen kann. weil es eine lösungssuche manchen härtefällen erst möglich macht, dadurch, dass die macht des hierarchisch höherstehenden die strukturen aufbricht, die vorher schädlich waren.

dafür müssen wir aber unser kindheitstrauma ablegen und uns überwinden, um am ende vielleicht zu bemerken, dass niemand mit dem finger auf uns zeigt - im gegenteil: dass es sogar einige gibt, die uns dankbar sind.

seid gegrüßt
eure ag

Freitag, 31. Mai 2013

was für zwischendurch

... if you don't like my peaches, then don't shake the tree.
... maybe i'm lost but i don't need to be found.
... f*ck the past, the past ain't now.

(aus  "i couldn't care less" von leslie clio)


Dienstag, 21. Mai 2013

beziehungskoma einmal anders

alles begann an einem wunderschönen mittwoch nachmittag. ich bin mit der besseren hälfte der agse an der ecke anichstraße/maria-theresienstraße verabredet. auf dem weg dorthin lächle ich fröhlichst vor mich hin und genieße die schon warme frühlingsluft. plötzlich und unvermittelt ruft mir ein junger mann hinterher. ich bleibe stehen und erwarte, dass er mir entweder einen wal oder einen baum im regenwald verkaufen will, aber es kommt - wie immer - anders, als man denkt. er hält mir eine  halbe pizzaschnitte unter die nase und macht mir ein kompliment zu meiner unglaublichen figur. er versucht offensichtlich seine pizza los zu werden und wir kommen ins gespräch. er ist eigentlich sehr lustig, denke ich mir. vor allem bin ich überrascht am hellichten tag auf offener straße von einem scheinbar paarungbereiten großstädter deutscher herkunft angesprochen zu werden. da er mir als person nicht auf anhieb unsympathisch ist, erfreue ich mich am gespräch und verkürze mir somit die wartezeit. scheinbar einem naturgesetz folgend, bei dessen vermittlung ich in der schule wohl geschlafen haben muss oder am klo war, will er sich mit mir verabreden. ich weise dies liebevoll aber bestimmt zurück. meiner meinung nach zumindest. er wiederum gibt nicht so schnell auf wie es scheint und beharrt auf einem neuerlichen, aber diesmal geplanten treffen zwischen uns beiden. ich versuche dem auszuweichen, da sich in mir keine sehnsucht nach einem wiedersehen abzeichnet. nun gut.

wäre ich single, würde ich einfach einen beziehungspartner erfinden und diesen als ausrede vorschieben um besagtem deutschen gesprächspartner nicht meine nummer geben zu müssen. eine der leichteren übungen im flirtalltag.

ganz so einfach ist es als nichtsingle allerdings nicht. und zwar aus prinzip nicht!
scheinbar habe ich nämlich die pflicht meinen beziehungsstatus, falls vergeben, sofort preiszugeben, um dem armen flirtpartner zeit und mühe zu ersparen. es ist offensichtlich meine aufgabe als nichtsingle alle männer umgehend nach der ersten kontaktaufnahme explizit zu informieren, dass ich aktuell in einer beziehung bin. das sehe ich aber partout nicht ein. ich bin ein mensch und definiere mich nicht über meinen beziehungsstatus. ich bin so naiv zu glauben, dass auch männer interesse für mich als vergebene person entwickeln können. ich würde es traurig finden, wenn jede kontaktaufnahme nur dem einen zweck dienen würde und ich als nichtsingle somit aus der sozialen welt des kennenlernens ausgeschlossen werden würde. warum kann sich mann nicht mit der frau, dem mensch an sich, sondern nur mit deren/dessen beziehungsstatus unterhalten. ich bin nicht langweilig oder uninteressant, nur weil ich vergeben bin. hoffe ich zumindest. wenn es männern nur darum geht herauszufinden, ob frau vergeben oder frei ist, dann sollen sie statt nach meinem namen und befinden zu fragen, einfach nur den beziehungsstatus und willigkeit abfragen. ich sehe nicht die notwendigkeit in unverfängliche gespräche aus heiterem himmel ganz "subtil" einzubauen, dass ich momentan nicht zu haben bin. mich auf meinen partner zu reduzieren, und jede form von sozialer interaktion durch das erwähnen desselben abzubrechen, ist für mich undenkbar.

wäre ich nichtsingle, ohne zuletzt aufgeführte prinzipien, wäre die situation ähnlich der des singles:

fremder: hallo! wie geht es dir?
ich: hi! danke gut und dir?
fremder: auch gut! wie heißt du eigentlich?
ich: ich habe einen freund.

an dieser stelle gibt es mehre möglichkeiten wie sich das gespräch entwickeln kann. darauf möchte ich jetzt aber nicht mehr eingehen. ich wollte eigentlich nur endlich deutlich machen, dass ich mehr bin als mein beziehungsstatus. dass ich weiterhin ein soziales wesen bin, das sich gern mit anderen (auch menschen, die nicht mein partner sind) umgibt und unterhält. ich spiele niemandem etwas vor und mache meine absichten schnell deutlich. egal ob single oder nicht: ich verstecke mich nicht hinter meinem beziehungsstatus. ich kann jemandem eigentlich auch ohne diese information zeigen, ob ich interesse habe oder eben nicht. da gibt es keine direkte verbindung zu meinem beziehungsstatus. denn auch als single kann ich jemanden abweisen. genauso kann ich interesse an einer anderen person zeigen, auch wenn ich vergeben bin. in welche richtung das interesse geht, bleibt dann herauszufinden.

gegen meinen willen ins beziehungskoma versetzt,
se


Freitag, 3. Mai 2013

zu risiken und nebenwirkungen...

gibt es keine packungsbeilage und auch keinen arzt oder apotheker der etwaige fragen beantworten könnte. es geht um die risiken und nebenwirkungen von bestimmten filmen:

da es - zumindest soweit mir bekannt - keine beipackzettel zu hollywood-schnulzen und pornos gibt, werde ich mich jetzt daran versuchen.

Gebrauchsinformation: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Wirkstoff: vorstellung, wunschtraum

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Konsumation beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, bitte schreiben Sie mir ein Email oder einen Kommentar
- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie uns bitte.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:
1. Was ist ein Liebesfilm/Porno und wofür wird er angewendet?
2. Was müssen Sie vor dem Sehen solcher Filme beachten?
3. Wie sind solche Filme zu konsumieren?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie sind solche Filme aufzubewahren?
6. Weitere Informationen

1. Was ist ein Liebesfilm/Porno und wofür wird er angewendet?

Liebesfilm: eine Hollywoodstory, die sich um die eine große Liebe dreht, welche natürlich mit einem Happyend ausgeht. Egal ob die Frau betrogen wird oder welches Drama sich in den 90-120 Minuten abspielt, am Ende sind alle glücklich und zufrieden, wenn die zwei Protagonisten zusammenfinden. Darum geht es nämlich. Dass beide für einander bestimmt sind und egal was in der Zwischenzeit passiert ist, gehört der Vergangenheit an. Der Frau wird vom Umfeld suggeriert, dass er sich geändert hat und sie sich glücklich schätzen kann, wenn er zu ihr zurückkommt.

Porno: die Handlung spielt hier eine untergeordnete Rolle. Es geht um sexuelle Fantasien, Vorstellungen, Techniken und Rollenzuschreibungen. Mehr muss dazu wohl nicht gesagt werden.

Anwendung: In diesem Punkt ist es nicht sinnvoll eine Unterscheidung zu machen, da beide ähnliche Anwendungsziele verfolgen bzw. dieselben Gefahren bergen. Auf der einen Seite geht es um Unterhaltung aber auch um die Festigung bestimmter Verhaltensmuster. Darauf wird im nächsten Punkt näher eingegangen.

2. Was müssen Sie vor dem Sehen solcher Filme beachten?

Wie bereits in der Anwendung erwähnt bergen beide Filmarten erhebliche Risiken, die nicht unbedingt für jeden offensichtlich sind bzw. selbst wenn man sich deren bewusst ist, vermieden werden können. Es geht um die Ideologie, die dahinter steckt. Personen, die sich solche Filme ansehen, wissen, dass es weder die Liebe noch den Sex aus dem Film wirklich in dieser Form in der Realität gibt. Dennoch ist das im Film dargelegte Muster Anhaltspunkt und man versucht sich in der Wirklichkeit diesem Ideal anzunähern. Dies ist allerdings vollkommen absurd und weltfremd. Man muss sich nicht nur bewusst sein, dass es diese Liebe, diesen Sex "in echt" nicht gibt, sondern sich vor allem auch vor Augen halten, dass dies gar nicht wünschenswert ist. Diese Liebe wie im Film sollte nicht Ziel sein. Man sollte seine Wunschvorstellungen an die Gegebenheiten des Alltags anpassen und nicht vor Situationen träumen, die im Film passieren. Dadurch ergeben sich für Wunschträume viel mehr Möglichkeiten und ein sehr viel positiveres Bild von Beziehungen und Liebschaften kann gezeichnet werden, das viel mehr umfasst als nur das Suchen, Finden und Behalten der Einen/des Einen. Gleiches gilt auch für die Vorstellungen, die im Porno vermittelt werden. Dabei handelt es sich gleichermaßen um eine teilweise veraltete Ideologie, eine Idealvorstellung, die mit der realen Situation nicht viel gemeinsam hat und somit nicht als Ziel verwendet werden sollte. In der Realität ergeben sich in der Interaktion viel mehr Möglichkeiten und ein ganz anderer Interpretationsspielraum als im Film. Man muss beachten, dass eine Nachahmung und ein Streben nach filmähnlichen Verhältnissen immer nur Imitation bleibt und niemals zur konstruktiven Selbstverwirklichung im Bereich Liebe oder Sex beitragen kann. Es handelt sich bei solchen Filmen um ein Industrieprodukt, das massentauglich gefertigt wird und viele Bereiche von Liebe und Sexualtität ausschließt. Diese Einschränkungen sollte man im persönlichen Erleben nicht suchen, sondern sich für die tatsächliche Erfahrung öffnen und deren Weg folgen.

3. Wie sind solche Filme zu sehen?

Angesprochene Filme sollten immer im Bewusstsein gesehen werden, dass es sich dabei um Kulturprodukt handelt, das bestimmte Personengruppen ansprechen soll und dabei in einem sozioökonomischen Kontext entsteht. Man darf nicht aus den Augen verlieren, dass ein Ideal vorgestellt wird, das begrenzt ist und nicht reale Bedingungen widerspiegelt.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Häufigste Nebenwirkung ist das Übernehmen von Verhaltensweisen zum Erreichen des im Film vorgestellten Ideals. Man muss darauf achten, ob man sich mit dem Ideal bereits identifiziert und im echten Leben versucht dieses zu erreichen. In dieser kritischen Phase ist es notwendig dieses Ziel zu reflektieren und sich bewusst zu werden, dass es sich um ein vermitteltes Ideal handelt, das nicht aus einem Selbst entsprungen ist. Man muss sich fragen, ob dieses Ideal für einen selbst überhaupt wünschenswert ist und welche Möglichkeiten es neben dieser einen Vorstellung noch gibt.

5. Wie sind solche Filme aufzubewahren?

Am besten direkt neben der ausgedruckten Form dieser Gebrauchsinformation.

6. Weitere Informationen

Es geht darum mit dem Zeigefinger nicht immer nur auf die Pornoindustrie zu zeigen und sagen, dass diese Filme nicht die Realität abbilden und den Menschen ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit vermitteln, sondern diese Nebenwirkungen und Risiken auch auf den Konsum von Liebesfilmen zu übertragen. Diese verwenden dieselben Methoden und haben ähnlich viel mit dem wahren Leben zu tun wie Pornos. Im Vergleich zu diesen werden Liebesfilme aber selten reflektiert, da sowieso jeder zu wissen glaubt, dass es im echten Leben nicht so läuft wie im Film. Trotzdem findet man, dass es doch schön wäre, wenn doch. Somit macht man sich das Ideal zu eigen und sucht, wenn auch unbewusst, nach einer ähnlichen Lovestory. Es geht in Beziehungs - und Liebesdingen genauso um eine frühzeitige Aufklärung!

Dr. scient. med,
se


Sonntag, 21. April 2013

bilder im kopf

wir gehen durch die welt, sehen, fühlen, spüren... und vergessen. und ich glaube, wir sollten uns dieses vergessen gar nicht vorwerfen. doch wir sollten uns dessen bewusst sein. wir sollten uns bewusst sein, dass wir im rückblick manch gutes vergessen und manch schlechtes übersehen. doch vielleicht sollten wir uns auch in bestimmten augenblicken bewusst gegen das vergessen entscheiden und uns ein bild, eine stimmung oder ein gefühl im kopf bewahren. es gibt dinge im leben, an die es sich zu erinnern lohnt. und eben diese sollten wir vielleicht in unseren gedanken einrahmen und aufbewahren als etwas besonderes, das wir gerne anderen zeigen und erzählen, und vor allem als etwas, das wir uns auch gerne immer wieder selbst ansehen. manche erinnerungen lassen sich nicht erzählen, aber sie lassen sich als anstoß nehmen, einem anderen eine eben solche oder zumindest ähnlich erinnerung zu schaffen.

ich glaube wir sollten öfter bewusst mit diesen erinnerungen arbeiten, indem wir genießen, was uns wiederfahren ist, auch wenn es schon längst der vergangenheit angehört und indem wir aus dieser erinnerung eine neue zukunft zu schaffen. wenn wir uns erinnern, in welchen momenten wir uns besonders glücklich, besonders wohl, geliebt, fröhlich, ermuntert oder energiegeladen gefühlt haben, werden wir auch wissen, was diese momente ausgezeichnet hat. und oft werden wir dann sehen, dass es nicht die besonderen umstände waren, sondern die besonderen menschen, die uns diese besondere etwas haben spüren lassen. und vielleicht sollten wir dann nicht nur dankbar sein für diese momente, sondern auch versuchen ein stückchen von diesem besonderen menschen zu übernehmen, um selbst auch die gelegenheit zu bekommen der auslöseknopf eines bildes im kopf zu sein, das ein anderer sich ein leben lang bewahren möchte.

frühlingshaft fröhlich,
eure ag

Dienstag, 26. März 2013

was dir gehört

immer wieder begegnet mir ein bestimmtes phänomen: dass menschen nicht unterscheiden können, was es sich lohnt in den raum zu stellen und was nicht. eine ganz besondere ausprägung dieses unvermögens finde ich oft im kennenlernen oder auch schon längerem kennen wieder. in mehr fällen als mir lieb ist, wirft dieses thema - welcher gedanke, welches gefühl ist meines, welches deines und welches "gehört" uns beiden - nämlich erhebliche probleme auf. dabei hoffe ich immer wieder mit beinahe kindlicher naivität, dass erwachsene menschen diese unterscheidung vornehmen können. und (fast) jedes mal werde ich aufs neue belehrt, dass dem nicht so ist. deshalb dieser blog, vielleicht als kleiner ratgeber für all jene, für die dieses thema neuland ist.

ich persönlich glaube nämlich, dass dieses thema gar nicht so schwierig zu bewältigen ist. besonders dann, wenn man von folgendem grundsatz ausgeht: man ist selbst für sein eigenes (un)glück verantwortlich. mit diesem satz ist eigentlich schon alles gesagt, denn er impliziert, dass:
a) man sich gut genug kennen muss, um zu wissen, wie das eigene glück aussehen soll
b) dass man selbst bereit ist an diesem glück zu arbeiten (oder auch in voller absicht dies nicht zu tun)
c) dass man davon ausgeht, dass das gegenüber dies auch so handhabt
d) und, dass es sehr wohl eine unterscheidung zwischen dem gibt, was meinem eigenen glück zuträglich ist und dem, was auf das glück des anderen (positiv wie negativ) einfluss haben kann

für alle, die sich an dieser stelle noch wundern, worauf ich denn eigentlich hinaus will, hier ein beispiel: ich lerne einen mann kennen. wir beschließen etwas trinken zu gehen. es macht spaß, wir unterhalten uns gut und es spricht eigentlich nichts dagegen, dieses spektakel in zukunft zu wiederholen. es vergehen ein, zwei wochen und wir sehen uns wieder. selber outcome, alles gut. wir haben nie über beziehungen, vorstellungen davon oder gegenseitiger attraktion gesprochen. wir wissen beide nicht, was sich der andere von der situation erhofft.

- achtung - hier tritt dann meistens das unterscheidungsproblem auf, was dann dazu führt, dass einer der beiden oder beide verletzt, enttäuscht, vielleicht sogar beleidigt und verärgert sind, wenn (was wie ich zu bedenken geben möchte nicht der unwahrscheinlichste fall ist) die interessen der beiden nicht zu hundert prozent übereinstimmen. daher empfehle ich in dieser situation sich auf a) zu besinnen, um festzustellen, was man von der situation will und was auf gar keinen fall, um dann zu b) übergehen zu können. bin ich der playertyp, wird mir der outcome der sache (romantisches interesse am anderen vorausgesetzt) eher egal sein. es geht ums spiel, den spaß, das kennenlernen. soweit so gut - empfehlung = weiter genießen und schauen was passiert. bin ich aber eher der konservative, hals über kopf verliebte, ganz-oder-gar-nicht-typ, so sollte man sich erstens darüber im klaren sein, dass c) gilt UND dass dieses c) unweigerlich oft zu d) führt UND mein glück und das des anderen nicht notwendigerweise auf gleichem wege zustande kommen. in diesem fall sollte man sich vielleicht auch überlegen, wie wahrscheinlich die "ganz"-variante im vergleich zu "gar nicht" ist und wie lange man mit dieser ungewissheit leben kann. hier empfiehlt es sich dann wahrscheinlich auch ziemlich bald offen zu besprechen, was denn aus der sache werden könnten, damit das 0 und 1 system auch weiter funktioniert.

beides finde ich nicht verwerflich und auch nicht kompliziert. und mancher mag sich jetzt immer noch fragen, wo das problem liegt?! das problem liegt da, wo etwa der ganz-oder-gar-nicht typ auf einen player typ trifft und ersterer denkt, es gäbe nur eine denkbare interpretationsmöglichkeit für das, was gerade zwischenmenschlich vorgeht, während zweiterer den ernst der lage aus der sicht seines gegenübers nicht überblickt. irgendwann, und meistens viel zu spät, löst sich die situation dann statt in wohlgefallen in ein übel auf, weil einer komplett enttäuscht ist und der andere vielleicht verärgert, dass er so "festgenagelt" wurde und jetzt plötzlich schuld am unglück des anderen sein soll, wobei seine absicht gar keine böse war. was ich sagen will ist: man muss wissen, womit man sich selbst am wohlsten fühlt und welche (un)sicherheiten man im kennenlernen erträgt oder sich wünscht. und genau danach sollte man sich verhalten. es ist nicht die schuld oder die aufgabe des anderen dies einzuschätzen oder dafür sorge zu tragen. und wenn man glaubt, es wäre an der zeit eigene gefühle und gedanken (vorwurfslos) mit dem anderen zu teilen, dann ist das sicher gut und richtig. doch dein glück gehört dir. genauso wie deine erwartungen und wünsche. es lohnt sich also nicht, sie dem anderen aufzuzwingen. oder wie man so schön sagt: man kann die rechnung nicht ohne den wirt machen.

immer wieder kindlich naiv hoffend,
eure ag